Pressemitteilung vom 24.05.2019

Früh am Morgen tummelten sich die Frauen im Autonomen Frauenhaus in der Küche; Falafel, Hummus, Obstspießchen, Salat alles wurde frisch zubereitet, denn ab 11 Uhr wurden die "Ehrengäste" im Haus erwartet.

Pünktlich um 10 Uhr versammelte sich andernorts eine kleine Gruppe auf dem Unicampus, um dem Verein Frauen helfen Frauen e.V. einen Spendenscheck zu übergeben. Die Studierenden hatten eine Sammlung initiiert, um Mädchen und Jungen aus dem Frauenhaus die Sommerferien zu verschönern, 400 Euro fließen nun in die Reisekasse für die Frauenhauskids.

Flott gingen die überraschenden Begegnungen weiter. Vertreterinnen der Verwaltung, der Grundstückegesellschaft Trave, Mitwirkende der Bürgerschaft und des Sozialausschusses sowie Abgesandte der Service Clubs "Inner-Wheel" und "Ladies Lions Club Lübeck Liubice" überzeugten sich davon, wie sich das Frauenhaus mit Hilfe ihrer Spenden verändert hat. Aus Büroräumen wurden Bewohnerinnenzimmer. Ein neuer barrierefreier Wohnraum wurde geschaffen, das Jugendzimmer frisch renoviert und acht zusätzliche Betten phantasie- und liebevoll, kreativ und handwerklich meisterhaft ins bestehende Raumprogramm eingefügt. Das Finanzbüro und ein Beratungsraum hielten im Nebenhaus Einzug. Den CDU - Abgeordneten Teuerkauf und Kuhn war die Rührung und Begeisterung über die neuen Räume ins Gesicht geschrieben. Sie tauschten sich mit der Handwerkerin des Autonomen Frauenhauses Lilly Wawer aus, die gemeinsam mit ehrenamtlichen ehemaligen Kolleginnen und Bewohnerinnen eingekauft, renoviert, Möbel rangeschafft und aufgebaut hat. Mit ca. 13.100 Euro hat sich die Hansestadt Lübeck an Renovierungen und Neuanschaffungen beteiligt. Derzeit belaufen sich die Ausgaben auf 29.000 Euro. Mit sparsamer Haushaltsführung, wie z.B der Verzicht auf pädagogische Aushilfen bei Überfüllung sowie freie Spenden und Bußgelder konnten alle Kosten bezahlt werden. Durch die Platzaufstockung wurden neue Mitarbeiterinnen eingestellt.

Allein in diesem Jahr haben vom 1. Januar bis 30. April 2019 schon 186 Personen (77 Frauen und 109 Mädchen und Jungen) Unterkunft und Unterstützung im Autonomen Frauenhaus gefunden. Trotzdem konnten wir in diesem Zeitraum 30 Frauen und 41 Mädchen und Jungen keinen Einzug ins Frauenhaus ermöglichen, denn alle 48 Plätze sowie das Wohn- und Jugendzimmer waren bereits belegt.

Früher waren wir Mitarbeiterinnen mit unseren Zielen für die Frauen und Kinder, die vor Gewalt flüchten mussten der Politik im Wege. Heute haben wir uns mit Politik und Verwaltung gemeinsam auf den Weg gemacht, um die notwendigen Ziele zu realisieren. Dafür sind wir dankbar. Dass die Hansestadt Lübeck schnell reagierte und Verantwortung zeigte, ohne auf das Land zu verweisen, ist einmalig und wird von den Bewohnerinnen wie Mitarbeiterinnen sehr geschätzt. Drei Frauen aus der Bürgerschaft bekundeten größtes Verständnis, dass der Verein die Unterstützung durch die Hansetsadt Lübeck erhält, die das Land zur Nachbesserung der Platzzahlen und des Personalschlüssels (von 1:6 auf 1:4) im Autonomen Frauen Lübeck und landesweit auffordert. In Schleswig-Holstein fehlen mindestens noch 350 Frauenhausplätze. Auch hinsichtlich des städtischen Haushaltes und der 2020 auslaufenden Budgetverträge wurden erste Fragen der Politikerinnen erörtert.

Am 1. Juli feiert das Autonome Frauenhaus seinen 41. Geburtstag. Der heutige Tag war schon ein kleiner Vorbote, denn die Hansestadt Lübeck hat mit ihrer politischen und verwaltungsorganisatorischen Power ein deutliches Zeichen für die kommenden Jahrzehnte gesetzt. Die Gäste haben das Haus verlassen. Die Bewohnerinnen kehren aus der Stadt, vom Zahnarzt, aus der Uni, aus der Schule zurück; und nun wird im sommerlichen Garten gespielt und gechillt und sich auf das Wochenende eingestimmt. Wir danken allen Gästern besonders denen, die persönlich vorbeigeschaut haben, aber auch allen aktiven Mitwirkenden, die sich heute entschuldigt haben.

Eine Wächterin für Lübeck

Eine Wächterin für Gewaltverzicht in Lübeck,

ein Kunstprojekt mit der Bildhauerin Brigitte Schröder, weltweit Wächterinnen zu installieren, die zu mehr Achtsamkeit und gewaltfreie Kommunikation auffordern. Die Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen ist global wie vor Ort eine der größten Herausforderungen der Gegenwart. Die Sensibilisierung der Gesellschaft findet zumeist nur über die Berichte in den Medien statt. Die bildenden Künste greifen das Thema zwar auf, doch werden die Werke im Museum oder in privaten Galerien nur von Teilen der Bevölkerung bewusst wahrgenommen. Das Bewohnerinnenforum beabsichtigt mit der Installation der Lübecker Wächterin dem Postulat des Gewaltverzichts und des gewaltfreien Handelns einen Standpunkt zu geben und es sichtbar zu verorten. Sie wollen einen Ort gründen, wo sich Menschen begegnen, die einen Standpunkt gegen Gewalt und Machtmissbrauch einnehmen wollen und müssen. Von dieser Idee bis zur Realisierung sind viele Schritte und Arbeitswege zu tun. Nach wenigen Informationsgesprächen haben sich Frauen aus dem ev. Frauenwerk und den Lübecker Stadtmüttern bereits angeschlossen. Damit ist für diesen Plan aus dem Bewohnerinnenforum erstmalig ein Lübecker Frauenforum gewachsen.

Warum eine Wächterin für Lübeck?

Katrin, 42 Jahre, aus dem Frauenforum berichtet aus ihrer Sicht:

Als ich von diesem "Projekt" hörte, war ich sofort davon begeistert. Weltweit gibt es so viele verschiedene Arten von Gewalt an Frauen. Viel zu oft wird dieses Thema unter den Teppich gekehrt und verheimlicht. Selten wird von den Opfern aus Scham oder Angst offen über dieses Thema gesprochen. Den ersten Schritt zu machen fällt vielen Frauen schwer. Leider wird noch immer zu oft gedacht, dass einem nicht geglaubt wird oder die Angst vor den möglichen Folgen sitzt einfach zu tief.

Doch nicht nur den Opfern geht es so. Auch Angehörigen, Freunden, Nachbarn, Kollegen oder anderen Aussenstehenden aus dem Umfeld fällt es nicht unbedingt leicht, etwas zu unternehmen. Es ist einfacher wegzuschauen und ein Eingreifen anderen zu überlassen, als sich den "Unannehmlichkeiten" die folgen könnten zu stellen. Aber gerade dieser erster Schritt von Aussenstehenden macht es manch einer betroffenen Frau einfacher sich zu öffnen und Hilfe zu suchen und anzunehmen.

Warum ich also das Projekt der Wächterinnen so klasse finde? U.a. die Vorstellung, das an vielen verschiedenen Orten eine Wächterin auch visuell an das Thema "Gewalt an Frauen" erinnert. Sie soll Außenstehende an Zivilcourage und an mehr Achtsamkeit erinnern und betroffene Frauen ermutigen. Eine Wächterin soll nicht nur ein Zeichen setzen, sie soll auch ein Ort zum Nachdenken, Mut und Kraft schöpfen oder auch zum Trauern in "bewachter" Umgebung schaffen. Gleichzeitig kann es aber auch einfach ein Ort zum Treffen und gemeinsamen Gesprächen sein. Gewalt an Frauen gibt es auf der ganzen Welt, deshalb ist jede Wächterin, die weltweit aufgestellt wird bzw. aufgestellt ist, auch ein Zeichen der Verbundenheit und Solidarität.

Brigitte Schröder- zur Person

Brigitte Schröder ist 1964 geboren und ist ausgebildete Holzbildhauerin und Restauratorin. 2009 entstand die Idee der Wächterinnen, um das Thema Achtsamkeit zu versinnbildlichen. Warum aber 10.000 Wächterinnen? Die Antwort war klar, um weltweit ein großes Netz aus Menschen, die sich für dasselbe einsetzen, zu knüpfen. 

Von Idee zur Wirklichkeit- mittlerweile gibt es über 200 Wächterinnen an über 70 Orten in 14 Ländern und auf 5 Kontinenten. Jede Wächterin ist ein Unikat. Auf dem Rücken tragen sie Flügel oder ein Schild. Sie sind dadurch gleichzeitig geerdet und streben nach oben. Die Hände sind meistens in einer schalenförmigen Haltung und drücken dadurch das Geben und Nehmen aus. Einige formen die Hände zu einem Dreieck. Dann liegt die Ausrichtung in einem selbst. 

Unterstützt Brigitte Schröder und auch uns, neben den USA, Kanada, Australien, Namibia, Südafrika, Lettland, Litauen, Griechenland, Indien, Israel, Dänemark uvm. die Wächterin nach Lübeck zu holen. 

Mehr Infos zu Brigitte Schröder hier klicken!

www.brigitteschroeder.de 

 

 

 

Das Bewohnerinnenforum

Das Bewohnerinnenforum ist eine Frauengruppe, die sich aus ehemaligen und aktuellen Frauenhausbewohnerinnen zusammensetzt.

Warum engagieren sich diese Frauen?

"Jede Frau ist ein Original. Und Originale sind kostbar". Mit diesem Leitsatz hat das Autonome Frauenhaus seine Türen 1978 geöffnet. Viele Frauen, die die Trennung aus Gewaltverhältnissen schaffen, haben der Gesellschaft etwas zu bieten. Mut und Lebenserfahrung möchten die Frauen weitergeben, um die Gesellschaft zu verändern, Gewalt zu verhindern, Frauen- und Menschenrechte zu leben und zu pflegen. Aber auch um die feministische Trommel zu schlagen, Tabus zu brechen und politisch zu kämpfen. Der Vielfalt sind kaum Grenzen gesetzt. 

Wie engagieren sich diese Frauen?

Frauen helfen Frauen, sie unterstützen sich im Alltag, bei der Kinderbetreuung, bei Behördengängen, bei Umzügen und Renovierungen. Sie unterstützen mehrsprachig bei vielen Gängen durch Lübeck, z.B. zu Ärzten, Behörden, Gerichten. Sie treten auf, wo es um die Benachteiligung von Frauen und Kindern geht, z.B. in politischen Sitzungen, in Netzwerken, auf Kongressen und auf Events. Sie initiieren Demonstrationen, Fachtage, Kulturveranstaltungen, internationale Netzwerke.

Im Sommer 2018 wird das Autonome Frauenhaus 40 Jahre alt. Diese Tatsache ruft das Bewohnerinnenforum in besonderer Weise mit verschiedenen Aktionen auf den Plan!

 

Spendenübergabe Inner Wheel 29.01.2016

Wir bedanken uns beim Inner Wheel Club Lübeck für die großzügige Spende!

Die Spende ermöglicht uns ein feministisches Theaterprojekt in Kooperation mit dem Theater Lübeck zu starten, welches von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern eine öffentliche Stimme geben wird.


Weitere Informationen folgen demnächst.

Herstory

In einer Kooperation mit dem Verein Frauen helfen Frauen und dem Theater Lübeck haben sich 12 Frauen auf die Suche nach Frauengeschichten und Frauengeschichte begeben. Musik, Malerei, Moritat und Monologe werden von starken Frauen beeindruckend und ergreifend auf die Bühne gebracht. Alle haben eines gemeinsam, sie wissen Bescheid und sie kennen sich mit der Benachteiligung und der Diskrimierung von Frauen aus. Physische und sexualisierte Gewalt gegen Frauen ist nur die Spitze des Eisberges der Ungleichberechtigung.

"Herstory" war in 2018 im Jungen Studio im Theater Lübeck mehrmals im Programm. Danke für das zahlreiche Erscheinen und den ausverkauften Vorstellungen.

Ein Kommentar von Heimke Dittmann aus Hamburg vom März 2018 zur Theateraufführung "Herstory":

"Welch eine unglaublich berührende und beeindruckende Darstellung habt Ihr, haben diese Frauen mit dieser Darstellung geschafft. Es hat mich sehr bewegt und ich war mir fast sicher, dass die Darsteller ausgebildete Schauspieler, Musiker, Maler oder eben Künstler waren. Ich bin einfach ein wenig naiv nach Lübeck gekommen. Ist dieses "40 jährige Jubiläum" eigentlich allgemein in unserem Lande? Ich hörte nämlich am frühen Morgen im Radio-Info einen Bericht "40 Jahre Frauenhaus in Emden". So dumm, so naiv bin ich- aber mir ist bei eurer Aufführung erst so richtig klar geworden, wie wichtig eure Arbeit ist! Uns zwar nicht nur der Schutz vor Gewalt, sondern auch die Hilfe von Euch zum "Selbstbewusstsein" der Frauen!

Pressemitteilung

40 Jahre Autonomes Frauenhaus Lübeck – keine wirkliche Lebensverbesserung für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder in Sicht?

Am 1. Juli 2018 hat das Autonome Frauenhaus seinen 40. Geburtstag. Vieles wurde seit 1978 erkämpft, dennoch: 2016 zeigten fast 110.000 Frauen in Deutschland Gewalt in ihren Partnerschaften an und jährlich werden etwa 150 Frauen von ihren (Ex-)Partnern getötet (zwd 8.Juni 2018)

Als wir vor 40 Jahren die das Autonome Frauenhaus eröffneten, konnten mutige Frauen mit ihren Kindern Tag und Nacht ins Frauenhaus kommen, die sich, ihre Söhne und Töchter vor männlicher Gewalt schützen wollten. Heute können wir keiner Frau mehr eine Zusage machen. Unser Beratungszimmer ist mit Matratzen belegt und das Gartenbüro wurde zur Zwischenunterkunft einer jungen Frau mit ihrem 2 Monate jungen Säugling. Aktuell zählen wir 50 Personen im Frauenhaus. In ganz Schleswig-Holstein gibt es keinen freien Platz. Wir sind komplett überbelegt.

Ein kurzer Hoffnungsschimmer -  bekommt die fünfköpfige Familie die 4 Zimmer Wohnung in der Schützenstraße? Die große Enttäuschung folgt auf dem Fuß. Die Vermieterin sagt mit dem Hinweis, dass sie an deutsche Familien vermieten möchte ab.

Die örtliche Polizei, die Mitarbeiter*Innen des Jugendamtes, der Frauenfacheinrichtungen und das Frauenhausteam geraten unter Druck. Wohnungsnot, prekäre Wohnverhältnisse, ungesicherter Aufenthalt und  Armut erschweren nicht nur die Arbeit im Frauenhaus Lübeck, sondern bundesweit. Jahrelange Diskussionen zur Finanzierung und Ausstattung in Frauenhaushäusern, sogenannte unterstützende Maßnahmen verfehlen total ihre Wirkung. Es müssen die Minimalstandards gesichert sein und das heißt an erster Stelle ein flächendeckendes Angebot an Frauenhausplätzen für jede Frau, mit und ohne Kinder braucht einen ohne Wartezeit, ohne eine Reise durch das gesamte Bundesgebiet, sondern einfach sofort.

Anstelle von Gratulationen zum 40zigjährigen Jubiläum des Autonomen Frauenhauses nehmen die Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen gerne Wohnungsangebote, Spenden, konkrete Unterstützung und konstruktive Ideen zur Bekämpfung der herrschenden Missstände entgegen. In Lübeck und Schleswig-Holstein sind die verantwortlichen Sozialpolitiker*Innen dringend gefragt, jetzt politische Beschlüsse und schnelle Hilfen auf den Weg zu bringen. Nun wollen die Gleichstellungsministerinnen Frauen besser vor Gewalt schützen. Was schlagen sie vor? Laut Sibille Heine vom Zweiwochendienst: Frauen, Gesellschaft und Politik vom 8. Juni 2018 fordern sie, „dass der Bund, gemeinsam mit den Ländern, Kommunen und der Zivilgesellschaft zügig verbindliche Verfahren verabredet, eine zentrale Koordinierungsstelle schafft und genügend Ressourcen für eine unabhängige Monitoring-Stelle zur externen Evaluation der Maßnahmen bereitstellt.“

Solche Beschlüsse, Gewaltschutzgesetze, das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung werden zur Farce, wenn die Frauenhäuser überfüllt sind!!! 40 Jahre Frauenhäuser in Deutschland bieten weder einen Anlass zum Feiern, noch zu Empfängen mit überschwänglichen Lobeshymnen. Nach wie vor dokumentieren die Frauen aus den Frauenhäusern die unerträgliche Akzeptanz von häuslicher Gewalt in der Gesellschaft und das geschieht heute wie vor vierzig Jahren.

Die Mitarbeiterinnen im Autonomen Frauenhaus Lübeck, Anke Kock, 0451 66 0 33

 

Zum LN-Artikel vom 18.06.2018

2014 - ein super Jahr!

Das letzte Zwölftel des Jahres ist erreicht und der Weihnachtstrubel startet wieder voll durch. Wir, die Frauen aus dem Autonomen Frauenhaus sowie der Verein Frauen helfen Frauen e.V. blicken auf ein aktives und erfolgreiches Jahr 2014 zurück. Dank beherzter, großzügiger und aktiver Unterstützung der Lübecker Frauenserviceclubs, der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung, der Walli, der vielen Geburtstagskinder und Jubilar_innen, der Kooperationspartner_innen, des Lübecker Jugendrings, des Landes, der Stadt, der Loge „Zum Füllhorn“, der Bewohnerinnen sowie der Ehemaligen Bewohnerinnen konnten wir tatkräftig den Alltag meistern, z.B.:


Die Fertigstellung des ersten Renovierungsabschnitts, die erfolgreiche Unterstützung mehrerer Mütter mit ihren Neugeborenen (einmal sogar Zwillingsfrühchen), mehrere Flohmärkte in Bad Schwartau, regelmäßige Ausflüge für die Mädchen und Jungen ins Schwimmbad, gelegentlich zum Reiten und eine Schwedenreise, ein frauenpolitischer Austausch mit aktiven Frauen aus Lübeck und Wismar, ein neues Finanzcontrolling im Verein, einen Tag der offenen Tür im Frauenhaus, einen von Mädchen und Jungen verfassten Infoflyer, einen Fachtag „Safety First“ zu Risiken des gemeinsamen Umgangsrechts während der Trennung, Muffins für die Bademeister, Ostereier für die Polizei, Kooperation mit dem Weißen Ring, eine verbesserte Kellerorganisation, ein Frauenfest und Vorträge im Ev. Frauenwerk, Lübecker Stadtmütter als Praktikantinnen, Koch-Club am Freitag, Ehegattenabhängiger Aufenthalt, Zwangsheirat, viele Spendentouren, Gerichtsbegleitung bis zur höchsten Instanz, Beratung junger Singles in psychischen Grenzsituationen, offene Samstage im Laden (jeden 1. Samstag im Monat), neue Rohrleitung im Frauenhaus von der Küche bis zum Keller, „Als wir Kinder waren“-  die Filmidee, die Unterstützung psychisch erkrankter Mutter sowie der Söhne und Töchter, Mitwirkung des Teams an einer neuen Geschäftsordnung des Vorstands des Vereins, landes- und bundesweite Frauenhaustreffen, Kontakte ins Ministerium, Seminare an der Leuphana Universität Lüneburg sowie die tägliche Arbeit im Frauenhaus bei einer Belegung von aktuell 98%!


Wir danken Ihnen für die Mithilfe, wir setzen unsere Arbeit gerne im nächsten Jahr mit frischer Kraft fort. Natürlich feiern wir vorher noch im Autonomen Frauenhaus einen wunderschönen Heiligen Abend mit Tannenbaum, Weihnachtsmann, Liedern und Leckereien.

 

Ihnen unsere besten Wünsche zum Jahreswechsel und ein gesundes neues Jahr 2015!



the Code to Change

Der Verein Frauen helfen Frauen plant durch eine internationale Kooperation mit der Projektgründerin Iffat Rose Gill aus Amsterdam ein fünfmonatiges Fortbildungs- und Coachingprogramm. Lübeckerinnen werden dabei in den Bereichen der Informations- und Kommunikationstechnologie für den Arbeitsmarkt qualifiziert. Die Auftaktveranstaltung erfolgte erfolgreich am 10.03.2017 im Cloudsters in Lübeck.

Bei Interesse erhalten Sie weitere Informationen unter info(at)fhf-luebeck.de oder unter 0451-66033 (Anke Kock). Sind Sie interessiert an der Teilnahme? Das Bewerbungsverfahren ist gestartet. Hierzu klicken Sie bitte auf den untenstehenden Link "C2C Call for applications" und dann im Text auf den Button "Click here to apply". Wir freuen uns auf die Teilnahme"

Nähere Informationen zu Code to Change unter 

chunrichoupaal.org

www.thecodetochange.org

https://www.youtube.com/channel/UCpeqrbyMWnJuKolLIEadNfA

Ein Bildungsangebot für Lübeckerinnen, um neue Erwerbsperspektiven zu eröffnen.Der Arbeitsmarkt ist stetigem Wandel unterworfen; es bestehen Lücken zwischen freienArbeitsplätzen und qualifizierten Bewerberinnen im Bereich Programmierung, Webdesign,Datenverarbeitung und Informationstechnologien. Das fünfmonatige Bildungsprogramm„The Code to Change“ richtet sich an Frauen mit PC- Grundkenntnissen. Es umfasst ein Computertraining (network based learning) und ein Coaching durch Mentor*Innen aus der IT-Branche. Das Ziel ist die bezahlte Tätigkeit auf dem digitalen Arbeitsmarkt bzw. der Start als Entrepreneur.Die Teilnehmerinnen sind Lübeckerinnen, die ihren beruflichen Wiedereinstieg planen undadäquate Perspektiven brauchen. Familienarbeit, Arbeitslosigkeit, fehlende Qualifikationen,Ortswechsel aufgrund beruflicher Tätigkeit des Partners, Flucht aus Kriegsgebieten oderGewaltbeziehungen führen bei Frauen zu Unterbrechungen im Berufsleben. ZahlreicheLernangebote bietet das Internet; sie sind unpersönlich und erschweren eine strukturierteOrientierung. Sie berücksichtigen die individuellen Bedürfnisse nicht. Ein Neustart ohnekompetente Unterstützung kann misslingen. Ein/e Mentor*In bindet und bildet, so werdenbessere Lernerfolge erzielt.Das Bildungskonzept „The Code to Change“ wurde in den Niederlanden entwickelt und dortseit 2015 erfolgreich praktiziert (www.chunrichoupaal.org). Das Team mit derProjektgründerin Iffat Rose Gill ist international mit den Vereinigten Staaten, Pakistan undBelgien vernetzt und arbeitet unter anderem mit Bart Mellenbergh (EMEA Director of HPC,Big Data und Open Source Cloud-Dell) und Geiza de Souza Maudonet (Team Lead IT vonBooking.com) in Amsterdam zusammen. Iffat Gill hat uns angefragt, um dasFortbildungsprogramm erstmals in einer deutschen Stadt zu erproben.Daraufhin hat der Verein Frauen helfen Frauen im Frühjahr eine Informationsveranstaltungdurchgeführt und ist beim Jobcenter, dem Arbeitsamt, den Frauen- undFamilienberatungsstellen, den Lübecker Frauenhäusern, den Lübecker Stadtmüttern und deninterkulturellen Frauengruppen auf großes Interesse gestoßen. Die Sparkasse zu Lübeck stiftequasi als Grußwort der besonderen Art den ersten Laptop für die internationaleZusammenarbeit und das Trainingsprogramm. Das „adidas“- Unternehmen Deutschland hatKontakt in die Niederlande aufgenommen und käme als neuer Kooperationspartner in Frage.Aus unserer Sicht ist der Start in den digitalen Berufsalltag unaufhaltbar. Wir möchten inKooperation mit Iffat Gill und ihrem Programm „The Code to Change“ Frauen auf ihremWeg zum beruflichen Erfolg und digitaler Professionalisierung in Lübeck begleiten.Am 1. Februar 2018 wird im Lübecker Rathaus mit einer dreitägigen Veranstaltung(zweitägiges bootcamp, öffentliche Konferenz mit Mentor*Innen, Mentees, Interessierten,Sponsor*Innen) das Programm gestartet. Lübeck, Stadt zwischen Tradition und Moderne, hatwirtschaftliche Vielfalt inne, die Frauen noch verschlossen ist. Der Verein engagiert sich seitmehr als 40 Jahren für Geschlechterdemokratie, Menschen- und Frauenrechte sowieKinderschutz. Die finanzielle Unabhängigkeit für Frauen sowie das Erwerbsleben als sozialeVerankerung sind bleibende Werte, die wir verfolgen und verwirklichen. Ergänzung und Hintergründe zum Projekt „The Code to Change- Program your Future“. „Wir sagen, dass digitale Alphabetisierung im digitalen Zeitalter so unentbehrlich ist wieallgemeine Alphabetisierung. Schon heute gibt es kaum Stellen, die keineComputerkenntnisse voraussetzen, und in Zukunft werden immer mehr Jobs mitComputerkenntnissen verknüpft sein. Die Dringlichkeit für den Erwerb von IT-Kenntnissenwird deutlich, wenn man bedenkt, dass bereits 2013 rund 900,000 freie Stellen imeuropäischen ICT (Information and Communications Technologies) Sektor unbesetzt waren(Quelle: Minister for Jobs, Enterprise and Innovation, Richard Bruton, Irland). Weiterhinhat das Thema "IT skills for women and girls. Closing the gender gap in the digital age" einehohe Priorität auf der Agenda des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeitund Entwicklung (BMZ), besonders während des G-20 Vorsitzes 2017.“ (Iffat Rose Gill undDiana Eggleston, Januar 2017)und„Beengtes Wohnen, wenig Geld für gesundes Essen, Bildung, Hobbies oder Urlaub und nurgeringe Chancen auf gesellschaftlichen Aufstieg: Als Kind Armut zu erleben oder das eigeneKind in Armut aufwachsen zu sehen, bringt viele Schwierigkeiten mit sich – umso mehr, wennes kaum ein Entrinnen aus der Armut gibt. Unsere neue Studie zeigt: In Deutschland lebenrund 21 Prozent aller Kinder mindestens fünf Jahre dauerhaft oder wiederkehrend in einerArmutslage. Für weitere 10 Prozent ist das ein kurzzeitiges Phänomen.“(Studie derBertelsmann Stiftung vom 23.10.2017, www.bertelsmann-stiftung.de)Der Verein Frauen helfen Frauen möchte mit seinem Bildungsprojekt ein Zeichen setzen undspricht mit dem Programm alleinerziehende Frauen an, denen eine „barrierefreieKarriereplanung“ aufgrund ihrer Familiensituation, ihres Lebensalltages, ihrer Kriegs- undGewalterfahrung verwehrt wurde. Alleinerziehende Mütter wollen finanziell unabhängig sein,dennoch leben sie nicht selten vom Arbeitslosengeld II und gelten mit sogenannten multiplenHindernissen als schwer auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar. Nicht selten erleben die Kindersich und ihre Mütter als gesellschaftlich ausgeschlossen. Eine berufliche Perspektive mittelsWeiterbildung, Praktika und Erwerbstätigkeit hat eine einschneidende, weitreichendeVeränderung zur Folge. Erfahrungen aus den Niederlanden haben gezeigt, dass die Mehrheitder Teilnehmerinnen erwerbstätig wurde. Mittels Vernetzung möchten wir mit denKursabsolventinnen auch Tutorinnen für Frauenhäuser und weitere Einrichtungen finden, umVorort in verschiedenen Muttersprachen Wissen weiterzugeben und z.B. in LübeckerIntegrationskursen digitales Knowhow mit anderen Frauen zu teilen. Bei den Söhnen undTöchtern der Teilnehmerinnen entwickelt sich gleichzeitig ein neues Selbstverständnis vonArbeit und Bildung, das sich weiter auf die Sozialisation und den Bildungsverlauf dieserKinder und Jugendlichen auswirkt. Digitale Kompetenz ermöglicht allen Teilnehmerinnenund deren Familien eine Vernetzung und Kommunikation im beruflichen- wie impersönlichen Umfeld, die lange Wege verkürzen und zwischenmenschliche Beziehungenvertiefen. Damit stehen die aktive Inklusion und der persönliche Fortschritt im Vordergrund.